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Pressestimmen
Zitate aus Printmedien, Internet und TV.




albert-schweitzer-stiftung.de,
Dezember 2014

Schlachtung der Schweine
Bei der CO2-Betäubung werden die Schweine zu mehreren Tieren in automatisch betriebene Gondeln verfrachtet, durch die sie zu einer Kammer oder Grube befördert werden. Dort werden die Tiere einem betäubend wirkenden Gasgemisch ausgesetzt, das zu mehr als 40 Prozent aus Kohlendioxid besteht. Das Leiden der Tiere während ihres Erstickungskampfes äußert sich in heftigen Fluchtversuchen, Strampelbewegungen, Lautäußerungen und Atemnot.

Lesen Sie den Bericht der Albert-Schweitzer-Stiftung zur Schweinehaltung und -schlachtung [ hier ].



ZEIT ONLINE, 13. August 2014
In EDEKAs Schweinefabrik
Bei einem Tier sind Schnauze, Hals und Bauch bereits lila angelaufen. Wenige Zentimeter daneben frisst ein anderes Schwein aus einem Trog. Dann beißt es dem toten Artgenossen ins Ohr. In einem weiteren Video sieht man ein totes Schwein mit offener Wunde und freiliegenden Knochen am Bein. Zwei andere Schweine liegen direkt auf dem Kadaver, ein anderes nagt am Kopf des toten Tieres.

Axel Hansen



Publik-Forum, Nr. 15/2013
Ein Tag ohne Fleisch
In ihrem Programm für die Bundestagswahl fordern die Grünen einen sogenannten »Veggiday«. Einmal pro Woche sollen Großküchen und Gastwirte ausschließlich fleischlose Kost anbieten. [...] Politiker von CDU und FDP sehen jedoch sogleich die Bürgerrechte in Gefahr, werfen den Grünen eine »besserwisserische Verbotshaltung« sowie geistige Umnachtung vor und verteidigen das Recht auf ein tägliches Steak. Die erregte Kampagne wird von Bild und der Fleischindustrie befeuert. Auch die SPD distanzierte sich von der Idee des fleischlosen Tages.

Eva Baumann-Lerch



taz.nord, 9.6.2012
Niedersachsens Wasser ist voll scheiße
Die Niedersachsen trinken Wasser mit zu hoher Nitrat-
konzentration. Grund dafür ist die Intensivtierhaltung mit dem Trend zur Mais-Monokultur. [...] Gefördert hat die Entwicklung die schwarz-gelbe Agrarpolitik. Und komplett aus der Kontrolle geraten ist dabei der Geflügel-Bereich. So werden laut Tierseuchenkasse rund doppelt so viele Broiler wie vom Landesamt für Statistik erfasst in Niedersachsen gemästet.

BES



albert-schweitzer-stiftung.de,
12. April 2012

Interview mit einer Schlachthaus-Praktikantin
»Ich habe gesehen wie Tiere, die nicht mehr alleine den Transporter verlassen konnten, in den Betrieb getragen wurden, was nicht erlaubt ist. Ich habe gesehen, wie Schweine mit Schlägen und Tritten hineingetrieben wurden, dass Tiere, die nicht mehr aufstehen konnten, geschlagen wurden, sogar ins Gesicht, während die Amtstierärztin daneben stand und nichts dagegen getan hat. Als ich diese Verstöße angesprochen habe, wurde das abgetan und das Thema gewechselt. Bei den Schweinen ging es sehr brutal zu. Die Tiere wurden mit Hartplastikstöcken getrieben, auf den Hintern und ins Gesicht geschlagen, sogar auf die empfindliche Nase. Teilweise wurden sie auch getreten. Das Problem ist, dass die Tiere in großen Gruppen von 20 bis 30 Tieren abgeladen werden, und dass auf die hinteren eingeprügelt wird, weil es vorne nicht weiter geht. Allerdings können die Tiere in diesem Gedränge nicht schneller laufen. Bei den Rindern habe ich beobachtet, dass elektrische Treibhilfen verwendet wurden. Diese wurden auch bei jungen Tieren und im Kopfbereich eingesetzt, was eigentlich verboten ist.«

Eine Tiermedizin-Studentin beschreibt ihr dreiwöchiges Praktikum in einem deutschen Schlachthaus [ hier ].



DIE ZEIT, 12.1.2012
Die Hähnchen hacken zurück
In der Hierarchie der Lebensmittelskandale nehmen die jüngsten Nachrichten über gefährliche Keime im Geflügel nur eine untergeordnete Position ein. BSE im Rindfleisch, Ehec in Sprossen – beides war ungleich gefährlicher. Zudem ist die Datenlage dürftig. Zwanzig Proben sind nun einmal sehr wenig, auch wenn in elf davon die gefährlichen Krankheits-
erreger entdeckt wurden. [...] Dafür gibt es eine andere Besonderheit: Antibiotika im Oberflächenwasser und Resistenzgene im Klärschlamm gefährden Vegetarier ebenso wie die Kunden der Fleischwirtschaft. Die Keime hingegen, die nun im Hühnerfleisch entdeckt wurden, bedrohen direkt die Konsumenten dieses Billiggeflügels – die Leute, die mit ihrer Nachfragemacht diese Art der Produktion überhaupt erst ermöglichen. Die toten Hähnchen hacken zurück, und sie treffen die Richtigen.

Frank Drieschner



Kirchenbote, 20.11.2011
Misereor: Fleisch in Maßen statt in Massen
Die Rechnung ist einfach. Immer mehr Menschen essen immer mehr Fleisch. Seit 1971 hat sich der Fleischkonsum weltweit verdreifacht, in Ostasien innerhalb von 30 Jahren sogar vervierfacht. [...] Aktuell kommen bereits 18 Prozent der Treibhausemissionen aus der Tiermassenhaltung. Ammoniak, Nitrate, Schwermetalle und Antibiotika verseuchen Böden und Gewässer. Und nicht zuletzt verbraucht die Fleischproduktion auch ungeheuer viel Wasser, während weltweit die Dürren immer häufiger werden. [...] Umweltschützer und das katholische Hilfswerk Misereor drängen gemeinsam auf eine Reform der EU-Agrarpolitik. Gefordert wird ein Ende der Subventionierung für die Massentierhaltung.

Andreas Kaiser

Der »Kirchenbote« erscheint im Bistum Osnabrück.



NDR, Panorama Nord, 15.6.2011
MRSA*-Keime im Essen
Bereits im vergangenen Jahr hatten Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei Untersuchungen von Mastgeflügel in fast jeder dritten Probe MRSA-Bakterien im Auftauwasser gefunden. [...] Experten sehen einen Zusammenhang zwischen dem massiven Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung und dem vermehrten Auftreten von MRSA-Keimen bei Tieren: »Mit Antibiotika im Stall züchten wir ungewollt Resistenzen, und Antibiotika sind das Schwert im Kampf gegen Infektionskrankheiten. Dieses Schwert wird durch täglichen Gebrauch stumpfer«, so der Chirurg Burkhard Kursch im Interview mit Panorama Nord. Experten befürchten für die Zukunft eine Einschleppung des Tier-MRSA in Krankenhäuser und damit eine weitere Ausbreitung von MRSA-Keimen sowie die Entstehung neuer Antibiotika-Resistenzen. Thomas Fein, Facharzt für Allgemeinmedizin, warnte im Gespräch mit Panorama Nord: »Wenn wir irgendwann nicht mehr in der Lage sind, bakterielle Infektionen vernünftig mit Antibiotika zu behandeln, dann kann so etwas wie eine mikrobiologische Apokalypse ins Haus stehen.«

*MRSA = Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus



Publik-Forum, 20.5.2011
Wie der Theologe und Tierforscher Rainer Hagencord die katholische Bauernschaft gegen sich aufbringt
In dem vom katholischen Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken herausgegebenen Firmbegleiter prangert Hagencord die Massentierhaltung an. So würden Schweine, Rinder und Schafe in »riesigen Tierfabriken auf dem Lande« gehalten. »Und welches Leben durfte das Schwein führen, dessen Fleisch den unnachahmlichen Geschmack des Burgers für einen Spottpreis ausmacht?«, fragt der Theologe. »Es hat nie die Sonne gesehen, und seine einige Monate dauernde Existenz auf Spaltböden nennt die Industrie Fleischveredelung.« – Der Artikel, den das Bonifatiuswerk zu einer konsumkritischen Auseinandersetzung der Jugend in das Heft gehoben hat, stieß bei den Landfrauen und dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) bitter auf. Sie beschwerten sich beim Münsteraner Bischof Felix Genn. [...] Die Kritik blieb nicht ungehört. In Absprache mit Genn veröffentlichte sein Generalvikar Norbert Kleyboldt eine Erklärung, in der er eine »abwertende Beschreibung traditioneller bäuerlicher Produktionsweisen« ablehnt. Dies diene weder der Weiterentwicklung noch der Wertschätzung der Leistungen, die »in der gesamten Landwirtschaft für die Bewahrung der Schöpfung« erbracht würden.

Andreas Otto



SPIEGEL ONLINE, 14.2.2011
Im Akkord zur Schlachtreife
Bevor die Küken in versandfertige Kartons kommen, wird ihr Kopf noch in eine Maschine gehängt. Sie baumeln wie an einem Galgen, während ihr Schnabel in einer Art Anspitzer steckt und bei etwa 80 Grad mit Infrarotlicht amputiert wird. Amputationen sind nach dem Tierschutzgesetz verboten. Aber für ganz Niedersachsen gilt quasi eine Dauerausnahme- genehmigung. [...] Bis zu 100 Prozent der in Schlachthöfen untersuchten Puten, so eine Studie der Uni Leipzig, hatten Hautverätzungen an den Fußballen, fast 30 Prozent der untersuchten Hähne litten an schmerzhaften Brustblasen. Viele schaffen die Mastzeit nur, weil sie fast ständig unter Antibiotika stehen.

Die detaillierte Schilderung der industriellen Geflügelzucht von Nils Klawitter lesen Sie [ hier ].



DER SPIEGEL, Nr. 2/2011
Schmierige Geschäfte: Dioxin im Tierfutter
Als kritisch gilt unter Experten, dass viele Fettmischer zugleich Sondermüllhändler seien. So überrascht es nicht, dass kaum eine andere Branche das Recycling von Ausschuss derart ausreizt wie die Futtermittelindustrie. Aus Müll macht sie Mahlzeiten, und Tiere degradiert sie zu Abfalleimern. Da können auch mal zermahlene Federn oder Sägespäne als Füllmasse dienen. Schamgrenzen gibt es nicht. Auch Klärschlamm kam schon ins Futter, mit Gülle und Gerbereiabwässern wurde experimentiert.



Stiftung Warentest, 23.9.2010
Ware Huhn: Bis zu 25 Tiere pro Quadratmeter Stall
Wer wissen will, wo sein Hähnchenschnitzel herkommt, braucht starke Nerven. Nicht nur, weil alles so blutig ist. Die maschinelle Fleischwerdung im Schlachthaus ist nur der letzte Akt einer Industrie, die den Blick für die Würde des Tiers verloren hat. [...] Etwa fünf Prozent der Hühner sterben in der Mast*, meist an Herzkreislaufversagen. Schmerzhafte Knorpelwucherungen, verdrehte und entzündete Beine sind an der Tagesordnung. Lahme Tiere können Wasser und Futter nur schwer erreichen. Werden sie nicht getötet, verhungern oder verdursten sie.

*Anmerkung: In einem mit 40.000 Tieren besetzten Stall der industriellen Massentierhaltung verenden demnach pro Mastzyklus 2.000 Hähnchen.



ZDF frontal21, 6.4.2010
Jährlich sterben Hunderttausende Schweine und Rinder qualvoll in deutschen Schlachthöfen
Nach der Betäubung werden die Tiere ans Fließband gehängt und abgestochen. Sie sterben durch Ausbluten. Bis dahin dürfen sie nicht wieder aufwachen – so will es das Gesetz. Doch wegen der hohen Schlachtgeschwindigkeit werden in manchen Betrieben immer wieder Tiere falsch gestochen. Die Folge: Tiere geraten lebendig in die Brühmaschinerie.



report Mainz, 11.1.2010
Schwere Tierschutzverletzungen bei WIESENHOF
Idyllische Bauernhöfe und glückliche Hühner für jede Menge leckerer Hähnchenprodukte – so präsentiert sich Wiesenhof gerne selbst. Hauptverkaufsargument ist dabei die so genannte Herkunftsgarantie. [...] Anspruch und Wirklichkeit bei Europas größtem Geflügelproduzenten: Statt höchster Qualitätsansprüche massive Tierschutzverletzungen.



welt.de, 12.11.2009
Kritik an Massentierhaltung
Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kritisiert Pläne, die Massentierhaltung in Niedersachsen auszuweiten. »Die Landesregierung und der Bauernverband versuchen, es den Geflügelschlachtereien schmackhaft zu machen, auch in Ostniedersachsen eine Produktion aufzubauen«, sagte AbL-Referent Eckehard Niemann. Derzeit gebe es viele Werbeveranstaltungen zu dem Thema. Dabei zeigten die Erfahrungen aus den Regionen Emsland und Cloppenburg/Vechta, dass die Massentierhaltung zu großen Problemen führt.



Deutschlandradio, 27.8.2009
Auf engstem Raum – Massentierhaltung in Niedersachsen
Weil die Verbraucher günstiges Fleisch wollen, ist die Massentierhaltung in Deutschland auf dem Vormarsch – mit drastischen Folgen für die Umwelt und für die Anwohner von Agrarfabriken.

Lesen Sie den Bericht von Christina Selzer [ hier ].



foodwatch.de, 10.6.2009
Was steckt hinter McDonald's Bauernhof-Idylle?
Wer kennt sie nicht, die Hochglanz- Anzeigen von McDonald's, auf denen ein idyllisch gelegener Bauernhof prangt? Damit möchte McDonald’s den Verbrauchern weismachen, dass das Fleisch in den Hamburgern aus kleinbäuerlichen Betrieben stammt. Was wirklich dahinter steckt, zeigt ein foodwatch-Video.

Das Video ansehen: [ hier ].



Süddeutsche Magazin, 15/2009
Der große Flausch-Angriff – Jedes Jahr werden bei uns Millionen Küken zerhäckselt
Männliche Küken, die Brüder der Legehennen, nicht älter als ein, zwei Stunden, sind die größten Verlierer im weltweiten Geschäft mit den Eiern. Zwischen 40 und 50 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr in Deutschland getötet. Im Gegensatz zu anderen Tieren muss das männliche Küken aber nicht sterben, damit wir etwas zu essen haben. Es muss sterben, weil sich sein Leben nicht lohnt.

Lesen Sie den Artikel von Benedikt Sarreiter [ hier ].



bund.net, 5.6.2009
Höhere Zuwächse bei Massentierhaltung als je zuvor
Die meisten industriellen Schweine- und Geflügelställe werden in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg- Vorpommern gebaut. In Niedersachsen kommen z.B. zu den derzeit rund acht Millionen Schweinen 1,2 Millionen Tiere hinzu. Der derzeitige Geflügelbestand Niedersachsens von
47 Millionen Tieren wird sich um ein Drittel ausweiten.
Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin: »Der Wahnsinn, sogar die Überproduktion noch auszuweiten, hat Methode. Mit Subventionen aus Brüssel, Berlin und den Bundesländern werden die Stallbauten gefördert.«

Die vollständige Pressemitteilung [ hier ].



SPIEGEL ONLINE, 22.12.2007
Wie die Fleischindustrie ihre Waren schönmogelt
Mit dem Gütesiegel QS gaukelt die deutsche Fleischindustrie dem Verbraucher vor, er kaufe qualitativ hochwertiges Fleisch aus artgerechter Tierhaltung. Tatsächlich garantiert das Prüfzeichen nicht viel mehr, als gesetzliche Regelungen einzuhalten.

Lesen Sie den Artikel von Susanne Amann [ hier ].



Publik-Forum, Nr. 16/2007
Gift und Gülle
Ob Legehennen oder Mastschweine – die meisten der rund 150 Millionen Tiere, die hierzulande als Fleischlieferanten dienen, werden unter katastrophalen Bedingungen gehalten. Doch die Bundesregierung bekämpft artgerechte Haltung, wo sie nur kann: War der Käfig 1999 vom Bundesverfassungs-
gericht noch als tierquälerisch verboten, ist er seit 2006 wieder erlaubt; ausländische Investoren werden mit Subventionen ins Land gelockt. Dass tierfreundlichere Nutztierhaltung möglich und machbar ist, zeigen unsere Nachbarländer Österreich, Schweiz und die Niederlande. Dort haben Forderungen der Verbraucher nach artgerechter Haltung zu politischen Fördermaßnahmen und Zugeständnissen der Betreiber geführt.

Birgit-Sara Fabianek



DER SPIEGEL, Nr. 38/2007
Streit im globalen Hühnerhof – Bauern in Kamerun wehren sich gegen europäische Hühnerschenkel
Dem Wunsch der Konsumenten entsprechen die Hühnerzüchter. Sie schaffen Rassen mit gigantischen Brüsten. Weltweit sind es gerade einmal drei Firmen, die diesen Teil des Geflügelmarkts beherrschen. Aviagen ist eine von ihnen, sie ist im Besitz der niedersächsischen Hähnchenmästerdynastie Wesjohann. Ihr Modell »Ross 708« wird ausgeliefert mit einem umfangreichen Handbuch, einer Bedienungsanleitung für die Kreatur, die erklärt, wie das komplizierte Wechselspiel von Licht, Luft, Futter und Wasser in den von der Außenwelt abgeschotteten Ställen gemanagt werden muss, um am Ende die maximale Leistung herauszuholen. – Ist das Hähnchen schlachtreif, wird es getötet, zerlegt, verkauft, und seine Glieder werden verschifft, kreuz und quer über den Globus. Seine Füße landen in Thailand, die Innereien in der früheren Sowjetunion, die Flügel gehen nach China, die Schenkel nach Japan, Mexiko und Afrika.

Uwe Buse



NDR, Panorama, 26.7.2007
Die Fleischindustrie und das QS-Siegel
Was die Tierschützer der Organisation PETA vorfinden, ist der ganz normale Wahnsinn der Massentierhaltung. Nicht illegal, aber hässlich. Kranke Tiere, offene Wunden. Aufnahmen aus einer Putenfarm in der Nähe des niedersächsischen Cloppenburg. Doch es ist nicht irgendein Betrieb. Er trägt das QS-Siegel – ein Prädikat, das sich die Fleischindustrie selbst verleiht. QS – das steht für Qualität und Sicherheit, so die heile Werbebotschaft der Fleischmultis.

Der Beitrag im Wortlaut – nachzulesen [ hier ].



DER SPIEGEL, Nr. 36/2007
Schweine bis zum Horizont
Strohlos, auf perforierten Böden, so lebt ein modernes Massenschwein. Eine Jungsau hat 1,08 Quadratmeter Platz. Eine frisch gedeckte Sau im Kastenstand 1,55 Quadratmeter. Ein Mastplatz hat 0,8. »Ferkelschutzbox« heißt das, was vier Wochen das Leben der Muttersau bestimmt, mit zwei Bügeln, in denen sie sich seitlich nicht bewegen kann, nur ein bisschen vor und zurück. – Merkwürdige Wörter, dürre Zahlen und dann ein Gutachter, der für die Kontras sprach und beschrieb, wie oft man Schweine zwischen solchen Bügeln mit herabhängendem Kopf auf den Hinterschenkeln sitzen sehe. Und der auf das Beispiel der Schweiz verwies: Dort dürfen Muttersauen sich in den Boxen frei bewegen. Und mehr tote Ferkel, so wurde versichert, gebe es trotzdem nicht.

Barbara Supp



FOCUS, Nr. 9/2007
Essen gegen die Hitze?
Die Herstellung von Käse setzt 56-mal mehr Treibhausgase frei als die Gemüseproduktion. Fleisch folgt mit der 34-fachen Menge. Denn zum einen müssen Landwirte für jeden Liter Milch und jedes Kilogramm Fleisch eine vielfache Menge an Getreide verfüttern. Zweitens erzeugt der Viehbestand einen Großteil des Ausstoßes an Methan, ein 23-mal stärkeres Klimagas als Kohlendioxid.

Robert Thielicke



Publik-Forum, Nr. 4/2007
Gesund essen – aber wie?
Wenn in Sachsen-Anhalt argumentiert wird, industrielle Schweinemastanlagen mit mehr als 50.000 Tieren müssten angesiedelt werden, um dringend benötigte Arbeitsplätze zu schaffen, ist dies Augenwischerei: Würden die Schweine stattdessen in bäuerlichen Betrieben artgerecht gehalten, entstünden doppelt so viele Arbeitsplätze wie in den geplanten Großmastanlagen. – Den ökologischen Landbau zu fördern ist also ein effizientes Mittel, Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten bzw. zu schaffen und gleichzeitig Tier- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Barbara Tambour



ZDF frontal21, Februar 2007
»Bio«-Fleisch: Nachfrage wächst
Die Nachfrage nach artgerecht erzeugtem Fleisch wächst beständig, doch es ist schon absehbar, dass deutsche Bauern bald nicht mehr in der Lage sein werden, den Bedarf zu decken. Anbieter aus Polen erhalten derweil Anfragen von deutschen Supermarktketten, die ihr »Bio«-Sortiment ausbauen wollen. – Unterdessen wurden die EU-Gelder für Landwirte, die auf die artgerechte Tierhaltung umstellen wollen, unter der deutschen Ratspräsidentschaft erheblich gekürzt.



DIE ZEIT, Nr. 20/2006
Wir essen die Welt
Für billige Lebensmittel nehmen die Konsumenten alles in Kauf – von der Tierquälerei bis zur Rodung der Urwälder. Früher brauchte ein Schwein fast drei Jahre, bis es schlachtreif war. Heute sind es sechs Monate. Ein frisch geschlüpftes Küken endet nach 38 Tagen als Chicken Nugget in der Friteuse. Es sind keine Tiere, sondern Produkte. Optimiert für schnelles Wachstum und reibungslose maschinelle Weiterverarbeitung. Sie sind Objekte derselben industriellen Logik, die Gummi in Autoreifen verwandelt und Rinder in Hackbraten. Wir wissen es, und wenn nicht, so ahnen wir es zumindest.

Marcus Rohwetter



DER SPIEGEL, Nr. 23/2006
EU-Agrarsubventionen: Geld für die Großen
»Der Trend geht dramatisch weiter in Richtung industrielle Tiermast«, sagt Lutz Ribbe, Direktor der Stiftung Euronatur. »Es entstehen Großbetriebe in gewaltigem Maßstab – mit den entsprechenden Konsequenzen für die Umwelt.« Ob in den Niederlanden, Ostdeutschland oder Norditalien: Hochgiftige Schweinegülle aus Großmastanlagen verpestet Bäche, Flüsse, Grundwasser.


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